{"id":15825,"date":"2015-01-05T15:01:13","date_gmt":"2015-01-05T11:01:13","guid":{"rendered":"http:\/\/1905.az\/?p=15825"},"modified":"2015-01-06T17:30:10","modified_gmt":"2015-01-06T13:30:10","slug":"bis-zur-russischen-eroberung-haben-armenier-hier-nie-eine-mehrheit-gebildet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/1905.az\/de\/bis-zur-russischen-eroberung-haben-armenier-hier-nie-eine-mehrheit-gebildet\/","title":{"rendered":"Bis zur russischen Eroberung haben Armenier in der Region nie eine Mehrheit gebildet"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/1905.az\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/------------------------------------boyuk.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-12295\" src=\"http:\/\/1905.az\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/------------------------------------boyuk.jpg\" alt=\"\u042d\u0440\u0438\u0432\u0430\u043d\u0441\u043a\u043e\u0435 \u0445\u0430\u043d\u0441\u0442\u0432\u043e boyuk\" width=\"800\" height=\"503\" srcset=\"https:\/\/1905.az\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/------------------------------------boyuk.jpg 800w, https:\/\/1905.az\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/------------------------------------boyuk-300x188.jpg 300w, https:\/\/1905.az\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/------------------------------------boyuk-624x392.jpg 624w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In der Erkl\u00e4rung des armenischen Pr\u00e4sidenten Sersch Sargsjan, die weder wissenschaftlich noch historisch begr\u00fcndet ist, hei\u00dft es, als h\u00e4tte in Karabach seit Jahrtausenden nur die \u201earmenischst\u00e4mmige Bev\u00f6lkerung\u201c gelebt, die \u201et\u00fcrkisch-moslemischen Nomaden\u201c h\u00e4tten sich hierher erst in der zweiten H\u00e4lfte des XVIII. Jahrhunderts angesiedelt. Ihre Zahl bildete zu Beginn des letzten Jahrhunderts kaum 5% der Gesamtbev\u00f6lkerungszahl.\u201c<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Um es noch \u00fcberzeugender und triftiger zu sein, wies Sargsjan auf mysteri\u00f6se \u201et\u00fcrkische offizielle Quellen des XVIII. Jahrhunderts hin\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nat\u00fcrlich hat der Autor von diesem der Wissenschaft widersprechenden Unsinn nicht festgestellt, um welche Quellen es gerade geht, weil es in den armenischen Labors f\u00fcr Geschichtsf\u00e4lschung solche Quellen nicht vorzufinden sind. In Wirklichkeit zeugen die Daten in den t\u00fcrkischen Archiven davon, dass\u00a0 es umgekehrt ist. Im November 2009 gab die zentrale staatliche Archivbeh\u00f6rde\u00a0 beim Ministerkabinett der T\u00fcrkei ein 660-seitiges Buch \u201eKarabach in osmanischen Archivmaterialien\u201c heraus.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Buch besteht aus zwei Teilen \u2013\u201ePolitische, milit\u00e4rische und diplomatische Beziehungen\u201c und \u201eAuswanderung\u201c. Im Buch wird die Umsiedlung der Armenier in Karabach auf der Grundlage von Archivmaterialien unter Beweis gestellt. In den osmanischen Archiven findet es keine Erw\u00e4hnung davon, dass in Karabach Armenier gewesen waren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In allen Dokumenten handelt es sich um den Prozess der Ansiedlung von Armeniern in Karabach in den XVII. und XIX. Jahrhunderten sowie um die \u00c4nderung des ethnischen Bestands der Bev\u00f6lkerung. Gelinde gesagt steht Sargsjan \u201eEntdeckung\u201c nicht damit im Einklang, was mit armenischen Historikern schreiben. Zum Beispiel, George Bournoutian schreibt: \u201eW\u00e4hrend eine Reihe von armenischen Historikern von den Statistiken nach 1830er Jahren sprachen, gaben die Zahl von Armeniern in Ost- Armenien w\u00e4hrend der persischen Herrschaft falsch an und zeigten, die Armenier haben etwa 30-50 Prozent der Gesamtbev\u00f6lkerung gebildet (Sersch Sargsjan zeigt, die Armenier bilden 95% der Gesamtbev\u00f6lkerung!). In der Tat bildeten die Armenier nach amtlicher Statistik, nach der russischen Eroberung fast 20 Prozent der Gesamtbev\u00f6lkerung im Ost- Armenien, w\u00e4hrend die Moslems mehr als 80 Prozent der Gesamtbev\u00f6lkerung ausmachten. Auf jeden Fall haben die Armenier bis zur russischen Eroberung hier nie eine Mehrheit gebildet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die kameralistische Erfassung zeigt die armenische Mehrheit in vielen Ortschaften von Ost-Armenien. Jedoch trat diese Ver\u00e4nderung erst nach der Auswanderung von mehr als 35.000 Moslems aus der Region auf. So gibt es keinen Beweis daf\u00fcr, dass die Armenier in keinem Kreis w\u00e4hrend der Jahre der persischen Verwaltung eine Mehrheit bildeten. Vielleicht war Karbibasar der einzige Ort, wo Armenier auf der lokalen Ebene die Mehrheit bildeten. Hier lag das armenische geistige Zentrum- Utsch-Kilsa (Etschmiadsin).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit der Auswanderung von Tausenden von Muselmanen und der Ankunft von 57.000 armenischen Immigranten aus Persien und dem Osmanischen Reich im 1832 erh\u00f6hte die Zahl von Christian sich wesentlich und stellte sich der Zahl von Moslems gleich. Doch erst nach den russisch-t\u00fcrkischen Kriegen in den Jahren 1855-1856 und 1877-1878, als Folge deren viele\u00a0 Armenier aus dem Osmanischen Reich in diese Region gezogen waren und von hier eine gro\u00dfe Anzahl von Muselmanen ausgewandert waren, hatten die Armenier schlie\u00dflich hier eine Mehrheit der Bev\u00f6lkerung gebildet. Und auch danach, bis zum Beginn des XX. Jahrhunderts machten die Moslems in der Stadt Irewan absurde Mehrheit aus\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Unter Berufung auf Statistiken von George Bournoutian sank die Zahl der Moslems in den Khanaten Irewan und Nachitschewan in den Jahren 1826-1832 um fast ein Drittel und die Zahl von Armeniern stieg auf Kosten der Einwanderer um das 3,5-fache. Bournoutian stellt ferner fest: \u201eWie Sie aus den Statistiken sehen, bildeten Armenier vor der russischen Eroberung etwa 20 Prozent der Gesamtbev\u00f6lkerung von Ost-Armenien und Muselmanen liegen bei rund 80 Prozent. Nach der russischen Annexion kamen aus Persien und dem Osmanischen Reich hierher 57.000 armenische Immigranten an und 35.000 Moslems verlie\u00dfen das Ost-Armenien. Im Jahre 1832 machten die Armenier hier die H\u00e4lfte der Gesamtbev\u00f6lkerung aus\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bis zum Abschluss des Turkmentschay Vertrags gab es im Khanat Karabach, nach russischen Statistiken noch wenig Armenier. \u201eNach russischer Volksz\u00e4hlung\u201c bildeten Armenier im Jahre 1823 etwa 9 Prozent der Gesamtbev\u00f6lkerung von Karabach (die restlichen 91 Prozent wurden als Moslems registriert), im Jahre 1832 beliefen sie sich auf 35 Prozent und im Jahr 1880 bildeten bereits eine Mehrheit, etwa 53 Prozent der Gesamtbev\u00f6lkerung\u201c, sagt der schwedische Autor Svante Cornell.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0Nach der Unterzeichnung des Turkmentschay Vertrags (1828) begann eine Massenansiedlung von Armeniern aus Persien und den \u00f6stlichen Provinzen des Osmanischen Reiches in den Khanaten Irewan, Nachitschewan und Karabach. Der Prozess folgte unter F\u00fchrung von russischem Diplomaten und Dichter Aleksandr Griboyedov, der in seinen \u201eErl\u00e4uterungen die Umsiedlung der Armenier aus Persien in unsere Region folgenderma\u00dfen schilderte:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0\u201eArmenier sind\u00a0 auf den B\u00f6den von muslimischen Gutsbesitzern angesiedelt. Im Sommer war es immer noch m\u00f6glich. Die meisten Moslems sind\u00a0 in den Nomadenlagern und hatten wenig Gelegenheit, mit andersgl\u00e4ubigen Ank\u00f6mmlingen zu kommunizieren. &#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8220;Dabei warnte Griboyedov vor m\u00f6glichen zuk\u00fcnftigen Konflikten zwischen den armenischen Ank\u00f6mmlingen und lokalen Moslems (wie die Statistiken der kameralistischen Erfassung beweisen, waren die meisten Moslems, T\u00fcrken also Aserbaidschaner): \u201eWir haben mit ihm (dem F\u00fcrsten Argutinsky) in vollem Ernst dar\u00fcber geredet, um die Muslime zu \u00fcberreden, sich mit ihrer derzeitigen zeitweiligen Belastung zu vers\u00f6hnen, ihre Bedenken dar\u00fcber zu beseitigen, dass die Armenier diese Gebiete f\u00fcr immer erobern wollen, wo sie zum ersten Mal durften\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Ansiedelung der Armenier in den Khanaten Karabach, Irewan und Nachitschewan wird im Buch \u201eBeschreibung der \u00dcbersiedelung von Aserbaidschan-Armeniern innerhalb der Grenzen Russlands\u201c, das von russischem Schriftsteller und Historiker S.N.Glinka im Jahre 1831 in Moskau ver\u00f6ffentlicht worden ist, im Detail geschildert. Vom 26. Februar bis 11. Juni 1828 wurden innerhalb von dreiundeinhalb Monaten hierher aus Persien 8249 armenischen Familien, oder zumindest 40.000 Armenier umgesiedelt. In den n\u00e4chsten Jahren wurden in diesen drei ehemaligen Khanaten aus dem Osmanischen Reich weitere 90.000 Armenier angesiedelt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Jahr 1911 schrieb ein anderer russischer Autor, N.Schavrov: \u201eJezt leben im Kaukasus 1.3 Mill. Armenier, von denen mehr als eine Million nicht Stammbev\u00f6lkerung sind und von uns angesiedelt worden sind. \u201eArmenier sind haupts\u00e4chlich auf den fruchtbaren B\u00f6den von Yelizavetpol und dem Gouvernement Irewan untergebracht worden, wo sie eine verschwindend kleine Minderheit bilden. Diese Armenier besiedelten im Wesentlichen den gebirgigen Teil des Gouvernements Yelizavetpol (Berg-Karabach) und die Ufer des Sees Goycha\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die historischen Fakten der Umsiedlung der Armenier in den Regionen Karabach, Irewan und Nachitschewan findet ihre Widerspiegelung auch in den Werken der K\u00fcnstler, vor allem im Gem\u00e4lde des ber\u00fchmten russischen Malers V.I.Maschkov, das im Jahre 1828 zum Thema der Massenabwanderung von Armeniern vom Persien an das n\u00f6rdliche Ufer des Flusses Araks gemalt wurde&#8230;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Aus dem Buch Ramiz Mehdiyev \u201eGoris-2010: Saison absurden Theaters\u201c\u00a0 (Baku-2010)<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<p style=\"text-align: justify;\">\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der Erkl\u00e4rung des armenischen Pr\u00e4sidenten Sersch Sargsjan, die weder wissenschaftlich noch historisch begr\u00fcndet ist, hei\u00dft es, als h\u00e4tte in Karabach seit Jahrtausenden nur die \u201earmenischst\u00e4mmige Bev\u00f6lkerung\u201c gelebt, die \u201et\u00fcrkisch-moslemischen Nomaden\u201c h\u00e4tten sich hierher erst in der zweiten H\u00e4lfte des XVIII. 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